Biografie und Schicksal
BIOGRAPHIE
Dr. Erich Alfons Oppenheim und Eva Oppenheim-Wenger
Dr. Erich Alfons Oppenheim, ursprünglich aus Berlin, war im Ersten Weltkrieg Chefarzt eines Feldlazaretts, geehrt mit dem "Eisernen Kreuz". Seine Ehefrau Eva Wenger war Schweizerin; sie stammte aus einer angesehenen Basler Familie. Um ihretwillen zog Erich Oppenheim in Grenznähe und lebte mit seiner Familie von 1914 bis 1937 in Steinen im Wiesental im Landkreis Lörrach. Dort arbeitete er als Arzt. Er war ein fortschrittlicher Mediziner und den Thesen des Psychiaters C.G. Jung zugetan. Bekannt für seine Heilkunst und dank seiner Heilerfolge mit teilweise erstaunlichen Therapien, die auf psychosomatischen Erkenntnissen basierten, wurde er "der weise Gott vom Wiesental" genannt.
Nach der Flucht 1937 durfte Dr. Oppenheim in der Schweiz nie mehr als Arzt praktizieren, und so kam die Familie in existenzielle Schwierigkeiten. Eva Elternhaus wurde vermietet, um an Einnahmen zu kommen; die Familie zog ins Sommerhaus der Großmutter im Tessin.
Dr. Oppenheim war Mitglied der Psychologischen Gesellschaft Basel, auch in leitenden Funktionen. Hinterlassen sind sein Briefverkehr mit C.G. Jung und seine wissenschaftlichen Arbeiten. Aber er litt bis zu seinem Tod darunter, dass er seinen Beruf nicht mehr selbst ausüben konnte, und er wurde zeitweise depressiv. Am 3.8.1964 ist er in Carona im Tessin gestorben und wurde dort auch bestattet.
SCHICKSAL UNTER DER NATIONALSOZIALISTISCHEN HERRSCHAFT
Dr. Erich Alfons Oppenheim und Eva Oppenheim-Wenger
Eva Oppenheim-Wenger musste 1935 Deutschland überstürzt verlassen. Sie glaubte sich unbeobachtet und spuckte auf ein Portrait von Hitler, wurde aber gesehen und angezeigt. Jemand hat sie benachrichtigt und ihr geraten, Steinen umgehend zu verlassen. Mit ihren Kindern (darunter die später bekannte Künstlerin Meret Oppenheim) lebte sie dann in Basel, im Haus ihrer Eltern.
Ihr Mann folgte ihr, hielt aber weiterhin in Steinen Sprechstunden ab. Schließlich ordnete die Gestapo am 26.5.1937 seine Verhaftung "wegen seines jüdischen Hintergrundes" an. Darüber, wie er dem entgangen ist, sind zwei Versionen verbreitet: Die eine sagt, der damalige Steinener Bürgermeister Karl Strübe habe Oppenheim gewarnt, sodass der in letzter Minute nach Basel entkam. Später hat der Arzt in einem Entnazifizierungsverfahren für Strübe ausgesagt. Die andere Version berichtet, ein deutscher Zollbeamter habe Oppenheim bei der Einreise von Basel gesagt, wenn er ihn jetzt hereinlasse, könne er ihn am Abend nicht mehr hinauslassen.
ORT DER VERLEGUNG
Eisenbahnstraße 33
79585 Steinen